Du gewinnst die Regionals. Der Start eines neuen Spiels.
Rückblick eines Coaches: Nach dem Regional-Sieg beginnt das echte Spiel – Orga, Budget, Familien und der Weg zur nächsten Runde.
Super Admin
Als der Jubel vorbei war und das Adrenalin langsam runterging, kam die Erkenntnis: Das Turnier war vorbei. Und ein Team, das eigentlich „just for fun“ mitspielen wollte, hatte die Little League Regionals gewonnen.
Wir wussten es nicht. Wir wussten nur: Wir haben gewonnen. Und dann haben wir gemerkt, dass ein neues Spiel angepfiffen wurde – ein Spiel gegen die Uhr und mit einem Budget.
-- Einige Beispiele unten sind aus Datenschutzgründen fiktiv. --
Der Umschwung
In den ersten Tagen nach den Regionals hatten wir plötzlich ganz andere Themen. Nicht Line-ups. Nicht die Batting Order gegen einen Lefty. Sondern Pässe. Schulen mitten in der Klausurphase. Eltern, die wissen wollten, ob Geschwister mitdürfen. Ein Hotel ohne englischsprachiges Personal. Ein Flug, bei dem die Gepäckgrenze bedeutete, dass wir unsere Bats vielleicht nicht mal mitbekommen.
Was uns auffiel: Wir waren immer noch Coach. Aber wir waren auf einmal auch noch etwas anderes.
Hinter jedem Kind steckt eine Geschichte
Das Schöne – und gleichzeitig das Komplizierte – an einem Auswahlteam ist: Bis dahin schaust du vor allem aufs Feld. Wer haut gut. Wer fängt sauber. Wer hört zu. Wer bleibt unter Druck ruhig. Aber in den Wochen nach den Regionals haben wir unsere Spieler auf eine ganz andere Art kennengelernt.
Ein Spieler aus unserem Team lebte die halbe Woche bei seiner Mutter, die andere Hälfte bei seinem Vater. Ein Elternteil konnte die Reise bezahlen, der andere nicht. Flugangst. Bei einer anderen Familie war’s finanziell eng – aber sie hätten niemals von sich aus gesagt, dass es zu teuer ist. Ein dritter Spieler hatte mitten im Turnier Klausuren, und sein Tutor musste mitdenken, wie er das nachholen kann. Eine alleinerziehende Mutter arbeitete im Schichtdienst und konnte unmöglich in dieser Woche frei bekommen. Eine Familie ohne Auto.
Keines dieser Geschichten war „traurig“. Es war einfach das echte Leben.
Was uns erst da richtig klar wurde: Ein Team ist mehr als neun Feldspieler. Es sind auch elf Familien – jede mit eigenen Möglichkeiten, Terminen und Grenzen. Und wenn man gemeinsam reisen will, muss man das sehen. Nicht aus Mitleid. Aus Respekt. Und wie stark ist es bitte, wenn man das am Ende zusammen möglich macht.
Die neue Rolle des Coaches
In der Vorbereitung auf die EM passierte deshalb etwas Komisches: Wir haben im Training etwas weniger Bälle geschlagen. Stattdessen wurden wir Projektleiter, Planer, Vermittler, Zuhörer.
Wir haben einen Elternabend angesetzt, von dem wir dachten, es geht hauptsächlich um Reiseinfos. In Wirklichkeit ging’s um Geld. Um Erwartungen. Darum, wie wir als Team mit einem verspäteten Flug oder einem verlorenen Koffer umgehen. Um neue Regeln, die plötzlich relevant wurden.
Wir haben in dieser Zeit gelernt: Eine Person muss die Orga und Verwaltung steuern. Jemand mit Überblick, der Antworten festhält und nichts vergisst. Nicht der Coach. Wir haben den Draht zur NK Little League-Organisation kurz gehalten und einen zentralen Ort aufgebaut, an dem alle Kommunikation zusammenlief.
Das war vielleicht die wichtigste Erkenntnis: In dieser Phase muss der Coach nicht härter arbeiten, sondern klarer organisieren. Hol dir Hilfe.
Wie die Idee für ein Trikotsponsor-Tool entstand
Wir wollten die Eltern nicht bitten, das komplett aus eigener Tasche zu zahlen. Und gleichzeitig haben wir gemerkt, dass es in unserem Umfeld durchaus Menschen und Firmen gab, die etwas beitragen wollten. Ein Sportladen. Ein lokaler Bäcker. Ein Bauunternehmer, dessen Tochter früher bei den Minors gespielt hatte.
Was sie gemeinsam hatten: Sie wollten etwas sehen und Teil unseres Abenteuers sein – und sie haben es uns gegönnt. Sie wollten wissen, welches Team das ist, wohin es geht, wer die Spieler sind, wie sich die Story entwickelt.
Und wir haben noch etwas gemerkt: Als Eltern gesehen haben, worauf wir hinarbeiten – visuell, konkret, sichtbar – wurde alles leichter. Menschen helfen schneller, wenn sie verstehen, was gerade passiert.
Daraus haben wir später etwas gebaut: eine einfache Möglichkeit, wie ein Team seine Trikotsponsoren zeigen kann – für alle, die die Story verfolgen. Und mit der ein Coach in ein paar Minuten eine Sponsorenseite teilen kann: mit dem Club, mit Eltern, mit interessierten Unternehmen. Nichts Kompliziertes. Kein Abo. Einfach etwas, das wir selbst gebraucht hätten – und das wir entschieden haben, kostenlos für alle anderen Teams bereitzustellen.
Im Nachhinein dachten wir vor allem: Das hätte es eigentlich schon längst geben müssen :)
Zum Schluss
Wir sind da. Wir haben das selbst erlebt. Von diesem warmen Nachmittag im Infield bis zu dem Moment, als wir ins Flugzeug gestiegen sind – zusammen mit elf Familien, die wir besser kennengelernt hatten, als wir vorher für möglich gehalten hätten.
Wenn du gerade an diesem Punkt stehst – frisch durch die Regionals, plötzlich ein internationales Turnier vor dir und das Gefühl, nicht zu wissen, wo du anfangen sollst – dann teilen wir gern, was wir gelernt haben. Welche Fehler wir gemacht haben. Welche Absprachen funktioniert haben. Welche Listen uns geholfen haben. Und wie du fair dafür sorgen kannst, dass jedes Kind mitkann.
Nutze das kostenlose Trikotsponsor-Tool, das wir aus genau dieser Erfahrung heraus gebaut haben. Und wenn du lieber kurz sparren willst – schreib uns einfach. Wir denken gern mit.
Denn auf dem Feld zu gewinnen ist schön. Aber dafür zu sorgen, dass ein ganzes Team das gemeinsam genießen kann – das ist vielleicht das Spiel, das am meisten zählt.
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